KI-Agent kauft online ein: Kaufabsicht, Grenzen, Nachweis

Einkaufsagenten vergleichen Angebote, legen den Warenkorb an und bezahlen. Damit das für Kundinnen und Händler sicher bleibt, braucht jeder Kauf einen klaren Rahmen und einen Nachweis, dass er darin lag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Einkaufsagent kauft im Rahmen einer signierten Kaufabsicht der Kundin ein: Artikel, Höchstbetrag, Händler.
  • Händler prüfen Herkunft des Agenten und Befugnis für den Kauf getrennt.
  • Jeder Kauf wird mit Kaufabsicht, Bestellung und Zahlung als Nachweis prüfbar.

Ausgangslage

Eine Kundin bittet ihren Assistenten, ein bestimmtes Paar Laufschuhe in ihrer Grösse zu finden und zu kaufen, höchstens für 160 Franken. Der Agent sucht bei mehreren Händlern, findet ein Angebot und bezahlt. Für die Kundin zählt, dass der Agent nicht teurer oder etwas anderes kauft. Für den Händler zählt, dass der Kauf gewollt ist und nicht später bestritten wird.

Ablauf mit Nachweisen

  1. Kaufabsicht: Die Kundin bestätigt eine signierte Kaufabsicht nach Verifiable Intent mit Artikel, Höchstbetrag und zugelassenen Händlern.
  2. Suche: Der Agent vergleicht Angebote; das ist ohne Folgen und braucht keine Prüfung.
  3. Anfrage beim Händler: Der Agent signiert seine Anfragen nach Web Bot Auth, der Händler erkennt den Betreiber.
  4. Checkout: Der Agent legt den Kauf an, etwa über das Agentic Commerce Protocol, und übergibt Kaufabsicht und ein begrenztes Zahlungstoken.
  5. Annahme und Beleg: Der Händler prüft, ob Artikel und Preis zur Kaufabsicht passen, nimmt an und bestätigt den Kauf.

Risiken und Gegenmassnahmen

  • Falscher Artikel oder Preis: Die Kaufabsicht legt Artikel und Höchstbetrag fest; Abweichungen fallen vor der Annahme auf.
  • Manipulierte Angebote: Versteckte Anweisungen auf Produktseiten dürfen den Agenten nicht zu anderen Käufen bringen.
  • Zahlungsdaten: Der Agent erhält ein Netzwerk-Token statt der Kartennummer.
  • Bestrittene Käufe: Kaufabsicht, Bestellung und Zahlung zusammen belegen, dass der Kauf im Rahmen lag.

Rollen und Verantwortlichkeiten

  • Kundin: legt Artikel, Höchstbetrag und Händler fest und bestätigt die Kaufabsicht.
  • Betreiber des Agenten: signiert Anfragen und hält Kaufabsichten und Tokens geschützt.
  • Händler: prüft Herkunft und Kaufabsicht vor der Annahme und bewahrt die Nachweise auf.
  • Zahlungsdienst: stellt begrenzte Tokens aus und wickelt die Zahlung ab.

So sieht der Prüfschein aus

Für den Kauf der Laufschuhe für 149 Franken prüft KYA die Kaufabsicht mit ihren Schichten, die Bindung an den Schlüssel des Agenten und ob Betrag und Händler im Rahmen lagen. Das Urteil lautet gültig, sofern die Schlüssel der Aussteller hinterlegt sind. Hätte der Agent ein Paar für 189 Franken gekauft, meldet der Prüfschritt zum Umfang den Code amount_exceeds_limit, und das Urteil lautet ungültig.

Einführung

Händler beginnen damit, signierte Agenten bekannter Betreiber zuzulassen, und verlangen für Bestellungen ab einem Betrag eine Kaufabsicht. Die Fragen von Händlern fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

Kennzahlen für den Betrieb

Händler verfolgen den Anteil der Agenten-Bestellungen, die Quote abgelehnter Bestellungen wegen fehlender oder unpassender Kaufabsicht und die Zahl bestrittener Käufe. Sinkt die Zahl der Bestreitungen bei Agenten-Käufen mit Nachweis, zeigt das, dass der Ablauf trägt.

Häufige Fragen

Darf ein KI-Agent für mich online einkaufen?

Wenn Sie ihm den Auftrag geben. Sicher ist das mit einer signierten Kaufabsicht, die Artikel, Höchstbetrag und Händler festlegt, sodass der Agent nicht darüber hinaus kaufen kann.

Wie erkennt ein Händler, dass der Kauf gewollt ist?

An der Kaufabsicht der Kundin, die an den Agenten gebunden ist und Artikel und Betrag nennt. Die Signatur des Agenten allein belegt nur, wer anfragt.

Sieht der Agent meine Kartennummer?

Bei einem sicheren Ablauf nicht. Er erhält ein Token, das nur für einen Händler oder für ihn selbst gilt und sich sperren lässt.

Was passiert, wenn der Agent zu viel bezahlt?

Liegt der Betrag über der Kaufabsicht, sollte der Händler den Kauf ablehnen. Im Prüfschein zeigt der Schritt zum Umfang die Überschreitung.

Was prüft KYA bei einem Agenten-Kauf?

Die Kaufabsicht nach Verifiable Intent, signierte Anfragen nach RFC 9421 und, wo vorhanden, Mandat, Entscheid und Beleg.

Kann ein Agent Retouren auslösen?

Ja, wenn die Kaufabsicht oder ein Mandat das erlaubt. Retouren sind Handlungen mit Folgen und sollten wie Käufe belegt werden.

Was passiert, wenn der Händler die Kaufabsicht nicht prüfen kann?

Dann sollte er den Kauf wie eine Bestellung ohne Nachweis behandeln, etwa mit einer zusätzlichen Bestätigung der Kundin.

Darf der Agent bei mehreren Händlern gleichzeitig bestellen?

Nur wenn die Kaufabsicht das zulässt. Sinnvoll ist ein Gesamtbetrag über alle Händler, damit Teilbestellungen den Rahmen nicht überschreiten.

Wie lange gilt eine Kaufabsicht?

So lange, wie die Kundin es festlegt, etwa einige Tage für einen bestimmten Kauf. Danach braucht der Agent eine neue Bestätigung.

Quellen

  1. Verifiable Intent (Mastercard): https://github.com/agent-intent/verifiable-intent
  2. Agentic Commerce Protocol: https://www.agenticcommerce.dev/