Verifiable Intent

Verifiable Intent ist ein offenes Format von Mastercard, mit dem eine Nutzerin den Rahmen eines Agenten-Kaufs signiert und der Agent die finalen Werte nachweisbar daran bindet.

Verifiable Intent baut auf SD-JWT auf und arbeitet in Schichten: Eine Schicht bindet den Schlüssel der Nutzerin an ihr Zahlungsmittel, eine weitere enthält ihre Absicht mit Grenzen wie Betragsrahmen und zugelassenen Zahlungsempfängern, eine letzte die konkreten Werte, die der Agent einsetzt. Jede Schicht ist an die vorherige gebunden.

Das Format unterscheidet zwei Modi: Beim sofortigen Kauf bestätigt die Nutzerin die finalen Werte selbst, beim autonomen Kauf setzt der Agent sie innerhalb des signierten Rahmens. Mastercard stellt eine Referenzimplementierung unter der Apache-2.0-Lizenz bereit.

Beispiel

Eine Nutzerin erlaubt ihrem Agenten, Konzerttickets bis 150 Franken bei zwei Anbietern zu kaufen, und signiert diesen Rahmen. Der Agent findet Tickets für 120 Franken und signiert die finalen Werte. Händler und Netzwerk prüfen je ihre Sicht, ob die Werte im signierten Rahmen liegen.

Abgrenzung

Verifiable Intent beschreibt die Absicht für einen Kauf im Zahlungsnetz. AP2 von Google deckt mit Intent-, Cart- und Payment-Mandaten einen ähnlichen Ablauf ab; beide Ansätze wachsen zusammen. Web Bot Auth und das Trusted Agent Protocol weisen dagegen vor allem den Agenten selbst aus.

In der Praxis

  • Legen Sie Betragsrahmen und zugelassene Zahlungsempfänger so eng fest, wie es die Aufgabe erlaubt.
  • Wählen Sie den sofortigen Modus für einmalige, den autonomen für wiederkehrende Käufe innerhalb klarer Grenzen.
  • Ergänzen Sie eine Widerrufsprüfung, wenn Nachweise über Stufe KYA-A2 hinausgehen sollen.

Bezug zu KYA

KYA prüft Verifiable Intent gegen die Referenzimplementierung von Mastercard: Signaturen aller Schichten, Bindungen über sd_hash, die Delegation an den Agentenschlüssel sowie Betragsrahmen und Zahlungsempfänger. Ohne Widerrufsprüfung erreicht ein Nachweis höchstens Stufe KYA-A2.

Zugehöriger Prüfschritt: Umfang der Handlung (intent_scope). Liegt die Handlung innerhalb von Handlungstyp, Betragsgrenze, Währung und Gegenpartei des Mandats?

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Häufige Fragen

Wer steht hinter Verifiable Intent?

Mastercard hat Verifiable Intent als offenes Format vorgestellt und eine Referenzimplementierung unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht. Das Format soll mit anderen Verfahren für Agenten-Zahlungen zusammenwirken.

Was ist der Unterschied zwischen sofortigem und autonomem Modus?

Im sofortigen Modus bestätigt die Nutzerin die konkreten Werte selbst. Im autonomen Modus legt sie nur den Rahmen fest, und der Agent setzt die finalen Werte innerhalb dieses Rahmens. Beide Modi sind nachträglich prüfbar.

Kann KYA Verifiable Intent prüfen?

Ja. KYA prüft die Schichten, ihre Bindungen und den Rahmen gegen die Referenzimplementierung von Mastercard, lokal im Browser. Auf der Prüfseite steht ein Beispiel aus den Referenzdaten bereit.

Quellen

  1. Verifiable Intent: Spezifikation und Referenz
  2. SD-JWT (IETF)

Verwandte Begriffe