Die KYA-Methode
Vier Fragen, in zehn Schritten geprüft und in einem Urteil sowie einer Stufe zusammengefasst.
Kurz gesagt
Vier Fragen, geprüft in vier Bereichen mit zehn Schritten, zusammengefasst in einem von drei Urteilen und einer von fünf Stufen.
Vier Fragen
- Wer ist der Agent? Eine Kennung mit gebundenem Schlüssel.
- In wessen Auftrag handelt er? Ein benannter Auftraggeber.
- Was war ihm erlaubt? Ein Mandat mit Umfang, Grenzen und Gültigkeit.
- War genau diese Handlung zulässig, und wo ist der Beweis? Entscheid, Beleg und Zeitstempel.
Vier Prüfbereiche
Echtheit
Ist der Nachweis unverändert und stammt er vom angegebenen Aussteller?
- Format und Schema
- Kryptografische Integrität
- Aussteller
Identität und Auftrag
Wer handelt, für wen und über welche Kette?
- Agent und Auftraggeber
- Delegationskette
Befugnis
War die Handlung gedeckt und das Mandat in Kraft?
- Gültigkeit des Mandats
- Umfang der Handlung
- Widerruf
Beweis
Ist die Ausführung belegt und zeitlich fixiert?
- Ausführungsbeleg
- Zeitstempel
Drei Urteile
Gültig, unbestimmt oder ungültig. Widerlegt und nicht überprüfbar sind verschiedene Dinge und fallen nie zusammen. Alle Prüfschritte, Status und Begründungen
Fünf Stufen
- KYA-A0Nicht verifiziert
A0
Format erkannt, nichts belegt
- KYA-A1Integrität belegt
A1
Signaturen und Hashes stimmen
- KYA-A2Befugnis belegt
A2
Mandat gültig, Handlung im Umfang
- KYA-A3Herkunft belegt
A3
Nicht widerrufen, Delegation lückenlos
- KYA-A4Zeitlich verankert
A4
Zeitpunkt unabhängig fixiert
Was die Methode bewusst nicht tut
- Sie bewertet keine Agenten und keine Anbieter, sondern vorgelegte Nachweise.
- Sie stellt keine Netzwerkanfragen; Schlüssel, Statuslisten und Anker legt die Prüfstelle vor.
- Sie behauptet keine Qualifikation von Zeitstempeln ohne offizielle Vertrauensliste.
Die Methode in der Praxis
Die Methode lässt sich schrittweise einführen. Viele beginnen mit der Prüfung der Echtheit und Identität, ergänzen dann Mandate mit Grenzen und schliesslich Belege mit Zeitstempeln. Jede Stufe macht Handlungen nachvollziehbarer. Wie das konkret aussieht, zeigt die Anleitung zur Prüfung.
Häufige Fragen
Muss ich alle zehn Prüfschritte erfüllen?
Nicht für jede Handlung. Welche Stufe nötig ist, legt die Prüfstelle fest. Für eine Zahlung sollten Mandat, Umfang und Widerruf belegt sein, für Streitfälle auch der Zeitpunkt.
Ist die Methode an ein Format gebunden?
Nein. Die Methode beschreibt, welche Fragen beantwortet werden müssen. KYA bildet verschiedene Formate auf dieselben zehn Prüfschritte ab.
Kann ich die Methode in eigenen Systemen nutzen?
Ja. Das Prüfprofil steht unter CC BY 4.0, der Prüfkern unter Apache 2.0.
Wie lange dauert eine Prüfung?
In der Regel weniger als eine Sekunde im Browser. Bei umfangreichen Nachweispaketen kann es etwas länger dauern, weil jede Signatur und jeder Hash nachgerechnet wird.
Was passiert mit unbekannten Formaten?
KYA meldet sie als nicht unterstütztes Format, statt sie stillschweigend als gültig oder ungültig zu bewerten.
Warum gerade zehn Prüfschritte?
Jeder Schritt beantwortet eine eigene Frage, von der Lesbarkeit bis zum Zeitpunkt. Zusammen decken sie ab, was für die Befugnis einer Handlung belegt sein muss.
Ist die Methode an KI gebunden?
Nein. Sie passt für jede Software, die im Auftrag handelt.