Fragen von Händlern zu KI-Agenten: 13 Antworten

KI-Agenten kaufen im Auftrag ihrer Kundinnen ein. Für Händler bringt das neue Fragen: Wie erkenne ich einen Agenten, soll ich ihn zulassen, und wie weiss ich, dass die Bestellung gewollt ist? Hier die wichtigsten Antworten.

Worum es geht

Diese Seite richtet sich an Betreiber von Onlineshops und Plattformen, die Bestellungen durch KI-Agenten erhalten oder erwarten. Technische Einzelheiten stehen in den verlinkten Glossarbegriffen und Artikeln; die Antworten geben den Überblick für Entscheidungen.

Fragen und Antworten

Woran erkenne ich, dass ein KI-Agent bei mir bestellt?

Zuverlässig an einer Signatur nach Web Bot Auth oder dem Trusted Agent Protocol, die belegt, welcher Betreiber anfragt. Ohne Signatur bleibt nur die Einschätzung durch Bot-Erkennung.

Soll ich KI-Agenten in meinem Shop zulassen?

Agenten bringen Bestellungen von echten Kundinnen. Sinnvoll ist, signierte Agenten bekannter Betreiber gezielt zuzulassen und unsignierten automatisierten Verkehr weiter wie bisher zu behandeln.

Wie weiss ich, dass die Kundin die Bestellung wirklich will?

Über einen Nachweis der Befugnis, etwa eine signierte Kaufabsicht nach Verifiable Intent oder ein Mandat mit Grenzen. Die Signatur des Agenten allein belegt nur seine Identität.

Was ist der Unterschied zwischen Identität und Befugnis?

Identität sagt, wer der Agent ist. Befugnis sagt, was er im Auftrag welcher Kundin tun darf. Für Bestellungen mit Folgen braucht es beides.

Wie bezahlt ein Agent?

Meist mit einem Netzwerk-Token, das nur für einen Händler oder Agenten gilt, oder über ein Protokoll wie das Agentic Commerce Protocol. Die Kartennummer der Kundin sieht der Agent dabei in der Regel nicht.

Gilt die starke Kundenauthentifizierung auch für Agenten?

Grundsätzlich gelten die allgemeinen Regeln. Wie Zahlungen durch Agenten eingeordnet werden, klären Händler mit ihrem Zahlungsdienstleister.

Wer haftet, wenn ein Agent eine Bestellung aufgibt, die die Kundin nicht wollte?

Das hängt davon ab, ob der Agent innerhalb seiner Vertretungsmacht handelte. Ein Nachweis wie ein Mandat hilft, das im Streitfall zu klären. Rechtliche Einzelheiten erläutert der Artikel zur Haftung.

Wie gehe ich mit Retouren und Rückerstattungen um?

Wie bei anderen Bestellungen, mit einem Zusatz: Bewahren Sie die Nachweise der ursprünglichen Bestellung auf, damit sich später zeigen lässt, in welchem Rahmen sie erfolgte.

Muss ich meine Shop-Software anpassen?

Für das gezielte Zulassen signierter Agenten braucht es eine Prüfung der Signaturen, oft über den CDN-Anbieter. Für Nachweise der Befugnis lässt sich der Prüfkern von KYA einbinden.

Was prüft KYA für Händler?

KYA prüft signierte Anfragen nach RFC 9421, Kaufabsichten nach Verifiable Intent, Mandate, Entscheide und Belege, lokal und ohne Übertragung von Daten.

Kostet die Prüfung mit KYA etwas?

Nein. Die Prüfseite und der Prüfkern sind kostenlos; der Prüfkern steht unter Apache 2.0 und lässt sich im eigenen System betreiben.

Welche Daten über die Kundin sehe ich bei einer Agenten-Bestellung?

Nur, was der Agent offenlegt. Mit selektiver Offenlegung kann ein Agent die Befugnis belegen, ohne alle persönlichen Angaben preiszugeben.

Wie fange ich am besten an?

Mit drei Schritten: automatisierten Verkehr nach Signaturen auswerten, signierte Agenten bekannter Betreiber zulassen und für Bestellungen ab einem Betrag einen Nachweis der Befugnis verlangen.

Welche Agenten sollte ich zuerst zulassen?

Die von Betreibern, deren Kundschaft bereits bei Ihnen einkauft und die ihre Anfragen nach Web Bot Auth signieren. So bedienen Sie bestehende Kundinnen ohne zusätzliches Risiko.

Quellen

  1. Agentic Commerce Protocol: https://www.agenticcommerce.dev/
  2. Verifiable Intent (Mastercard): https://github.com/agent-intent/verifiable-intent
  3. Web Bot Auth: Architektur-Entwurf (IETF): https://datatracker.ietf.org/doc/draft-meunier-web-bot-auth-architecture/