Entscheid-Token
Ein Entscheid-Token ist der signierte Beleg einer Prüfstelle, dass eine bestimmte Handlung eines Agenten vor der Ausführung erlaubt, abgelehnt oder eskaliert wurde.
Der Entscheid hält fest, welche Handlung mit welchem Betrag an welche Gegenpartei unter welchem Mandat beurteilt wurde. Ein erlaubter Entscheid muss im Umfang des Mandats liegen; ein abgelehnter ist auch dann ein gültiger Beleg, wenn die Handlung ausserhalb lag – er belegt, dass die Kontrolle gegriffen hat. Synonym: Decision Evidence Token.
Beispiel
Vor einer Zahlung fragt der Agent eine Entscheidstelle. Sie prüft das Mandat und antwortet mit einem signierten Entscheid: erlaubt, abgelehnt oder Rückfrage. Nur mit «erlaubt» führt das System die Zahlung aus.
Abgrenzung
Ein Mandat gilt im Voraus für viele Handlungen, ein Entscheid für genau eine. Ein Beleg entsteht danach und hält fest, was tatsächlich geschah.
In der Praxis
- Lassen Sie die Entscheidstelle ausserhalb des Agenten laufen. Ein Agent, der selbst über seine Befugnis entscheidet, bietet keinen Schutz gegen Irrtum oder Manipulation.
- Begrenzen Sie die Gültigkeit eines Entscheids auf Minuten und binden Sie ihn an genau eine Handlung, damit er nicht für eine andere Handlung wiederverwendet werden kann.
- Definieren Sie, wann eskaliert wird, etwa ab einem Betrag oder bei neuen Gegenparteien, und halten Sie die Freigabe des Menschen ebenfalls signiert fest.
Bezug zu KYA
KYA prüft die Signatur des Entscheids, Aussteller, Agent und Handlung sowie den Bezug zu Mandat und Beleg. Passt der Entscheid nicht zur ausgeführten Handlung, fällt das bei der Ausführungsbindung auf.
Zugehöriger Prüfschritt: Umfang der Handlung (intent_scope). Liegt die Handlung innerhalb von Handlungstyp, Betragsgrenze, Währung und Gegenpartei des Mandats?
Entscheide vor der Ausführung erzeugt zum Beispiel die Referenzimplementierung Mandact (vom Betreiber von KYA); KYA prüft, ob Entscheid und Mandat zusammenpassen.
Häufige Fragen
Was ist ein Entscheid-Token?
Ein signierter Entscheid vor der Ausführung einer Handlung: erlaubt, abgelehnt oder Eskalation an einen Menschen.
Warum braucht es einen Entscheid zusätzlich zum Mandat?
Weil das Mandat einen Rahmen setzt, der Entscheid aber für eine konkrete Handlung festhält, dass sie in diesem Moment geprüft und erlaubt wurde.
Was bedeutet eine Eskalation?
Die Entscheidstelle leitet die Handlung an einen Menschen weiter, etwa bei einem hohen Betrag. Erst nach dessen Freigabe wird ausgeführt.
Wer erzeugt den Entscheid?
Eine Entscheidstelle, die das Mandat kennt und unabhängig vom Agenten arbeitet. Sie signiert ihren Entscheid, damit er später geprüft werden kann.
Wie lange ist ein Entscheid gültig?
So kurz wie möglich, meist nur wenige Minuten. Ein Entscheid gilt für genau eine Handlung; wird sie nicht rechtzeitig ausgeführt, braucht es einen neuen Entscheid.