Zahlungsauslösedienst

Ein Zahlungsauslösedienst löst im Auftrag einer Kundin eine Zahlung direkt von ihrem Bankkonto aus; in der EU ist er nach der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 ein regulierter Zahlungsdienst.

Die PSD2 hat Zahlungsauslösedienste als eigene, bewilligungspflichtige Dienste eingeführt. Ein solcher Dienst greift mit Zustimmung der Kundin über eine Schnittstelle der Bank auf ihr Konto zu und löst eine Überweisung aus, typischerweise mit starker Kundenauthentifizierung. In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Öffnungspflicht der Banken; Open Banking entsteht über Marktinitiativen und vertragliche Schnittstellen.

KI-Agenten, die Zahlungen auslösen, berühren diese Regeln direkt. Entscheidend ist, wer die Zahlung im rechtlichen Sinn auslöst und wie die Zustimmung der Kundin für die konkrete Zahlung belegt ist.

Beispiel

Ein Buchhaltungsagent soll eine Lieferantenrechnung bezahlen. Er nutzt einen Zahlungsauslösedienst, der über die Schnittstelle der Bank eine Überweisung vorbereitet. Die Unternehmerin bestätigt sie mit starker Authentifizierung; das Mandat des Agenten zeigt, dass Betrag und Empfänger in seinem Rahmen lagen.

Abgrenzung

Ein Zahlungsauslösedienst ist ein regulierter Weg, eine Zahlung auszulösen. Rich Authorization Requests beschreiben die konkrete Zahlung bei der Zustimmung. Ein Mandat belegt, dass der Agent diese Zahlung im Auftrag auslösen durfte.

In der Praxis

  • Klären Sie, ob Ihr Agent selbst einen regulierten Dienst erbringt oder einen bewilligten Anbieter nutzt.
  • Lassen Sie die Kundin konkrete Zahlungen bestätigen oder legen Sie den Rahmen in einem Mandat fest.
  • Bewahren Sie Mandat, Entscheid und Zahlungsbeleg gemeinsam auf.

Bezug zu KYA

KYA prüft keine Zahlungsdienste. KYA prüft das Mandat, den Entscheid und den Beleg der Zahlung und zeigt, ob Betrag und Empfänger im Rahmen lagen.

Zugehöriger Prüfschritt: Umfang der Handlung (intent_scope). Liegt die Handlung innerhalb von Handlungstyp, Betragsgrenze, Währung und Gegenpartei des Mandats?

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Häufige Fragen

Was ist ein Zahlungsauslösedienst?

Ein Dienst, der im Auftrag einer Kundin eine Zahlung direkt von ihrem Bankkonto auslöst. In der EU ist er nach PSD2 reguliert.

Braucht ein KI-Agent eine Bewilligung als Zahlungsauslösedienst?

Das hängt davon ab, ob er selbst einen solchen Dienst erbringt oder einen bewilligten Anbieter nutzt. Die Einordnung sollte im Einzelfall rechtlich geklärt werden.

Gibt es Zahlungsauslösedienste in der Schweiz?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht der Banken, Schnittstellen zu öffnen. Open Banking entsteht über Marktinitiativen und vertragliche Vereinbarungen.

Wie bestätigt eine Kundin eine Zahlung durch einen Agenten?

Entweder einzeln mit starker Kundenauthentifizierung oder im Voraus über einen Rahmen, etwa ein Mandat, dessen Einordnung der Zahlungsdienstleister prüft.

Was prüft KYA bei Zahlungen?

Ob die Zahlung im Mandat lag, ein Entscheid vorlag und der Beleg dazu passt. Die Zahlungsabwicklung selbst prüft KYA nicht.

Allgemeine Information, keine Rechtsauskunft. Massgebend sind die Gesetzestexte und die Umstände des Einzelfalls.

Quellen

  1. Richtlinie (EU) 2015/2366 (PSD2)
  2. Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 (RTS)

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