Agenten-Mandat

Ein Agenten-Mandat ist die signierte, maschinenlesbare Vollmacht eines Auftraggebers an einen KI-Agenten, die festlegt, welche Handlungen in welchem Umfang und bis wann erlaubt sind.

Ein prüfbares Mandat nennt mindestens den Aussteller, den Agenten, den Auftraggeber, die erlaubten Handlungstypen und eine Gültigkeitsdauer. Betragsgrenzen, zugelassene Gegenparteien und ein Widerrufsmechanismus machen es präzise. Als SD-JWT VC kann ein Mandat seinen Umfang offenlegen, ohne alle Angaben zum Auftraggeber preiszugeben.

Beispiel

Eine Kundin erteilt ihrem Agenten ein Mandat: Einkäufe und Abonnemente bis 50 Franken je Handlung, gültig bis Jahresende, widerrufbar über eine Statusliste. Jede Bestellung des Agenten lässt sich danach gegen genau diese Angaben prüfen.

Abgrenzung

Ein API-Schlüssel gibt Zugang ohne Grenzen und ohne Bezug zum Auftraggeber. Eine Blankovollmacht erlaubt fast alles. Ein Agenten-Mandat legt Handlungstypen, Grenzen, Gegenparteien und Gültigkeit fest und ist signiert, also prüfbar.

In der Praxis

  • Beschreiben Sie pro Mandat genau eine Aufgabe mit klaren Handlungstypen, statt einem Agenten alles auf einmal zu erlauben. Mehrere enge Mandate sind leichter zu prüfen als ein weites.
  • Setzen Sie immer eine Betragsgrenze, zugelassene Gegenparteien und ein Ablaufdatum. Fehlt eine dieser Grenzen, wird das Mandat schnell zur Blankovollmacht.
  • Verweisen Sie im Mandat auf eine Statusliste, damit Sie es jederzeit widerrufen können, etwa wenn ein Agent kompromittiert ist oder der Auftrag endet.

Bezug zu KYA

KYA prüft, ob das Mandat zum Zeitpunkt der Handlung in Kraft war, ob die Handlung in seinen Grenzen lag und ob es widerrufen wurde. Jede dieser Fragen hat einen eigenen Prüfschritt.

Zugehöriger Prüfschritt: Gültigkeit des Mandats (mandate_validity). War das Mandat zum Zeitpunkt der Handlung gültig?

Mandate dieser Art stellt zum Beispiel die Referenzimplementierung Mandact (vom Betreiber von KYA) aus; KYA prüft sie unabhängig davon, wer sie ausgestellt hat.

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Häufige Fragen

Was steht in einem Agenten-Mandat?

Mindestens Aussteller, Agent, Auftraggeber, erlaubte Handlungstypen und Gültigkeit, oft auch Betragsgrenzen, zugelassene Gegenparteien und ein Verweis auf eine Statusliste für den Widerruf.

Wie unterscheidet sich ein Mandat von einer Vollmacht?

Ein Mandat überträgt die Idee der Vollmacht in ein maschinenlesbares, signiertes Format mit genauen Grenzen, das Maschinen und Prüfstellen unabhängig auswerten können.

Kann man ein Agenten-Mandat widerrufen?

Ja, wenn das Mandat auf eine Statusliste verweist. Die Prüfstelle prüft dann zum Zeitpunkt der Handlung, ob das Mandat noch gültig war.

Wer stellt ein Agenten-Mandat aus?

Der Auftraggeber selbst oder ein Dienst in seinem Namen. Entscheidend ist, dass die Prüfstelle dem Aussteller vertraut und seinen Schlüssel kennt.

Quellen

  1. SD-JWT VC (IETF)
  2. KYA-Prüfprofil

Verwandte Begriffe